Erika 127, Baujahr 1984

Baujahr: ca. 1984
Seriennummer: 7318302
Herkunft: Robotron, Erfurt, DDR
Schriftart: Fraktur (Gibt’s natürlich meist mit Pica oder gerader Schrift)
Farbband: 13 mm, zweifarbig

Eines vorweg.
Dieses Modell einer Erika 127 mit Fraktur-Schrift ist extrem selten und wird sicherlich nicht mehr oft angeboten. Da ich aber keine andere Erika dieses Modells habe, und es dieses Modell natürlich in erster Linie mit Normalschrift gab, dient meine Erika als Testobjekt, denn es ist für die Funktion unerheblich mit welchen Typen die Maschine schreibt.

Etwas zur DDR Erika

Plastik und nochmals Plastik. Das muss man mögen! Ansonsten hat man sich damals in der DDR mit dieser Erika viel Mühe gegeben sie mit einer gut gemachten Mechanik auszurüsten. Bemerkenswert ist der Farbbandschalter der anstatt der drei üblichen Positionen Schwarz/Rot/Durchschlag hier mit einer vierten Position aufwartet, nämlich Grün. Das bedeutet nicht, das die Erika 127 mit einem Dreifarbband zurecht käme, so es denn eines gäbe. Die vierte Spur ist einfach ideal wenn man ein schwarzes Farbband benutzt. Es wird einfach Effektiver ausgenutzt, also auf drei Spuren anstelle von nur zwei. So hält ein schwarzes Farbband um ein drittel länger. Super Idee.
Ein Ergebnis witziger Art ist: Benutzt man ein Schwarz/Rot Farbband und stellt den Farbschalter auf „Grün“, also auf Mitte, so erhält man einen Text der Oben Schwarz und unten Rot erscheint, also einen Zweifarbigen Text.

Links eine Erika Daro von 1977

Mit DDR Schreibmaschinen habe ich persönlich bisher keine so guten Erfahrungen gemacht. Diese Erika allerdings ist, möglicherweise weil sie damals für Westdeutschland produziert wurde, recht gut konstruiert. Die Erika (mit Normalschrift) wurde von Robotron an einige westliche Großabnehmer geliefert und unter anderem Namen verkauft, so dass die DDR Herkunft für den westlichen Käufer verschleiert wurde. Karstadt, Quelle, Hertie, Neckermann, Olivetti, Olympia, nur um einmal einige zu nennen. Ja, auch die hochwertigen Olympias und Olivettis hatten, weil ab den 1970er Jahren das Wort „Billig“ immer wichtiger wurde, die Innereienen einer Erika aus der DDR. Man setzte die Mechanik schlicht und ergreifend in ein anderes Gehäuse und nannte sie dann Olympia Regina de Luxe, Präsident, Ursula oder Irene und Privileg. Erika’s die unter verschiedenen Namen von großen westdeutschen Kaufhäusern im Billigsegment verkauft wurden.

Preise einer Erika aus DDR Produktion

Im Prinzip, wenn man einmal von dieser besonderen Fraktur Erika absieht, ist eine DDR Erika heute meist sehr günstig, so um 5 bis 15 Euro zu bekommen. Meist werden solche Erikas verschenkt. Unter Sammlern hat so eine Erika keinen Wert und ist nicht von Interesse. Es gibt noch zu viele um sie interessant zu finden.

Schreiben mit der Erika 127

Sehr gut mit leichten Einschränkungen lautet mein Ergebnis. Sie ist etwas laut beim schreiben, hat aber einen angenehmen Anschlag.

Oben sieht man die seltene Schriftart Fraktur, und unten eine typische Schrift (Crystal) einer solchen Erika. Eine sehr schöne Schriftart die nicht so ganz Schreibmaschinentypisch ist.
Die Tasten sind mal wieder der Dreh und Angelpunkt. Ich finde sie stehen nicht nah genug beieinander, oder besser gesagt die Form der Tasten lassen zu viel Zwischenraum zu in denen die Finger beim schnellen schreiben hinein rutschen können. Hier hat man auf Design und nicht auf Ergonomie geachtet. Oft hat man dann als ungeübter Schreiber einen Stau vor dem Papier, weil sie zwei Typen ineinander verkanten. Ansonsten aber lässt die Erika sich leicht und flüssig schreiben. Sie hat auf der rechten Seite sogar einen Setztabulator den man bequem über die Tastatur steuern kann.

Fazit

Die Erika 127 ist für Anfänger bestens geeignet und zu empfehlen. Wenn hier mal etwas durch Unachtsamkeit kaputt geht, einen Tischsturz wird das Plastikgehäuse möglicherweise nicht überstehen, ist es nicht wirklich traurig, denn Erika’s dieser Art gibt es noch wie Sand am Meer. Ich will damit sagen, sie ist alles andere als selten, und man kann sie auch heute noch schnell ersetzen. Wie gesagt, das Gehäuse aus Plastik ist eher dürftig und nicht so hochwertig verarbeitet wie zum Beispiel das einer Olympia oder Adler mit Plastikgehäuse, aber die Mechanik ist wirklich robust.

Design:
Praktisch und schlicht.
Schriftart:
Meistens Pica, Venezia oder Kristall
Verarbeitung:
Plastik, das Gehäuse ist, wie der dünne Koffer, etwas klapperig, die Mechanik aber robust
Schreibkomfort:
Sehr schön und schnell.
Sammelwürdig:
Das dauert wohl noch lange. Als Fraktur-Version sehr.
Empfehlenswert zum schreiben:
Ja. Gut geeignet als Einstiegsmaschine

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